Experimental-Shows „Heckers Hexenküche“

„Heckers Hexenküche“ – das bedeutet 90 Minuten lang ein Feuerwerk an naturwissenschaftlichen Experimenten, die mit Humor, Spannung und Erklärung spektakulär präsentiert werden. 140 Viert- und Fünftklässler der Wilhelm-August-Lay-Verbundschule kamen in den Genuss von zwei Experimental-Shows des renommierten Wissenschaftsjournalisten Joachim Hecker in der Bötzinger Festhalle.

Zu Beginn hatte Hecker seine jungen Zuschauer noch mit dem Satz irritiert: „Ich mag keine Experimente“. Die Irritation löste sich schnell mit dem Zusatz: „Ich liebe Experimente“. Und das bestätigte er in jeder Minute seiner Show. Ohne Experimente gibt es für Schüler keinen Erkenntnisgewinn, und am besten ist es, wenn die Schüler selbst experimentieren können. Und da darf es auch etwas gefährlich werden, so sein Credo, aber ein Erwachsener muss dann dabei sein.

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Wie klingt es, wenn jemand Kartoffelchips oder Erdnüsse isst? Drei Versuchspersonen waren unter den WAL-Schülern schnell gefunden. Und mit Hilfe eines Stethoskops und eines Lautsprechers konnte die gesamte Halle mithören, was sonst nur die Betroffenen selbst hören können: Die Kaugeräusche im Mund, die über die Knochen des Kopfes zum eigenen Ohr gelangen.

Bei den weiteren Experimenten ging es um Strom und seine Gefährlichkeit für den Menschen. Bei niedrigen Spannungen kann man mit Strom aber auch eine Wasserorgel zum Klingen bringen und einen Stromkreis aus vielen Kindern bilden.

Aber auch Feuer spielte in der Show eine Rolle. Was passiert, wenn man versucht, einen mit Wasser gefüllten Luftballon anzuzünden? Zunächst – gegen die von Schülern geäußerte Befürchtung – nichts, denn das Wasser kühlt den Kunststoff des Luftballons für einige Momente.

Gibt man einen Bleistiftspitzer aus Magnesium in Essigsäure, läuft eine heftige chemische Reaktion ab, bei der sich Hitze und ein Gas entwickeln:  Wasserstoff. Hecker sammelte den Wasserstoff in einem Luftballon, den er anschließend entzündete – ein Beispiel für die bekannte Knallgasprobe.

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Ein weiterer Knalleffekt war die „Überraschungs-Ei-Kanone“, bei der die Schüler durch das Ziehen eines Kolbens in einem umfunktionierten Wasserrohr einen Unterdruck erzeugten und so das Überraschungs-Ei im Hohen Bogen wegschossen.

Joachim Hecker arbeitet beim WDR-Hörfunk in Köln als Wissenschaftsredakteur und ist dort Autor der Sendereihe „Heckers Hexenküche“. Er hat eine Reihe von Büchern

publiziert, zuletzt im Frühjahr 2017 „Das Haus der kleinen Forscher – Spannende Experimente zum Selbermachen“. Sein Ansatz, naturwissenschaftliche Experimente in einer Show nicht nur zu präsentieren, sondern auch zu erklären, hat bei Kindern offenbar eine großartige Wirksamkeit: Die WAL-Viert- und –Fünftklässler folgten ihm jeweils 90 Minuten konzentriert und gebannt, forderten am Ende eine Zugabe und spendeten zum Schluss langen Beifall. Ermöglicht wurden die beiden Lernangebote durch den Förderverein der Wilhelm-August-Lay-Schule.

Website: joachim-hecker.de

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