Talentstern

Alle Schülerinnen und Schüler haben Talente: Lehrerinnen und Lehrer der Wilhelm-August-Lay-Schule lernen die Methode „TalentStern“.


Die Bildungspläne in Baden-Württemberg fordern es schon lange, im Bereich des Schulamts Freiburg wurde das Thema sogar zum Fortbildungsschwerpunkt der nächsten Jahre auserkoren: Schülerinnen und Schüler sollen in der Schule stärker individuell gefördert und gefordert werden. Nur: Wie kann das gelingen, wenn Lehrerinnen und Lehrer ihre großen - und inzwischen auch kleinen – Klassen im Blick haben und ihnen die Instrumente für die individuelle Diagnose und Aufgabenstellung fehlen?

An unserer Wilhelm-August-Lay-Schule haben nun 17 Lehrerinnen und Lehrer der Sekundarstufe (Haupt- und Realschule) in einer mehrtägigen Fortbildung ein Instrument zur individuellen Förderung erlernt: Die Methode „TalentStern“. Mit dieser Methode können Talente von Schülerinnen und Schülern beobachtet, eingeschätzt und dann für eine individuelle Beratung und Aufgabenstellung verwendet werden.

Ausgangspunkt für die Methode „TalentStern“ ist der Grundsatz, dass jeder Schüler Stärken und Talente hat, die beschrieben werden können und dann für die Förderung und Leistungsforderung verwendet werden. Der „TalentStern“ macht Aussagen in fünf Lernbereichen: Handwerklich-technische Talente, erforschend-ordnende Talente, kreativ-gestaltende Talente, kommunikative Talente und Talente zur Führung und Koordination. Mit Hilfe einer onlinegestützten Auswertung kann der „TalentStern“ für jeden Schüler graphisch sichtbar gemacht werden.

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Die Teilnehmer probierten selbst aus, was man auch mit Schülerinnen und Schülern zur Beobachtung ihrer Talente machen könnte.



Attraktiv wird das Instrument auch dadurch, dass es ohne besonderen organisatorischen Aufwand im regulären Unterricht eingesetzt werden kann: Die Lehrer beobachten zwei bis drei Schüler bei Gruppenarbeiten. Im individuellen Auswertungsgespräch mit den Schülern werden gemeinsam Hilfen und Ziele für das weitere Lernen besprochen und vereinbart. Der „TalentStern“ kann im Laufe des Schuljahres mehrfach durchgeführt werden, so dass Fortschritte und Veränderungen sichtbar werden. Auch bei Elterngesprächen und Bewerbungen kann der „TalentStern“ eingesetzt werden.

Diplom-Pädagogin und Hauptschullehrerin Sybille Österle-Beckert und Realschullehrer Robert Stratz waren als Fortbildner für die Methode „TalentStern“ seit Januar 2011 über viele Wochen immer wieder an der WAL-Schule. Zunächst vermittelten sie an drei Ausbildungstagen die Theorie und Philosophie der Methode. Anschließend begleiteten sie die Lehrerinnen und Lehrer bei deren erster Anwendung im Unterricht


und im Rückmeldegespräch mit den Schülerinnen und Schülern. Rektor Bernd Friedrich bezeichnete diese Art der Fortbildung direkt an der Schule als „großen Fortschritt, der noch mehr Verbreitung finden müsste.“ Er dankte den beiden Fortbildnern und den 17 Lehrerinnen und Lehrern seiner Schule für den „großartigen Fortbildungseinsatz.“

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Sybille Österle-Beckert und Robert Stratz (stehend im Hintergrund) leiteten die Fortbildung für 17 Lehrerinnen und Lehrer der WAL-Schule


Eine Projektgruppe an der WAL-Schule wird nun ein Konzept erstellen, wie die von der Bundesagentur für Arbeit, vom Staatlichen Schulamt Freiburg, vom Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald und vom Regierungspräsidium Freiburg geförderte Methode „TalentStern“ an der Schule systematisch zur Anwendung kommt. „Eine Methode allein kann niemals ausreichen,“ so Rektor Friedrich, „aber der TalentStern ist ein wichtiger Baustein zu mehr individueller Förderung an unserer Schule.“

Inzwischen ist eine weitere wichtige Maßnahme an der WAL-Schule angelaufen: Lehrerinnen und Lehrer besuchen sich – ohne Einfluss der Schulleitung – gegenseitig im Unterricht und geben sich anschließend Rückmeldung. Damit wird die Verbesserung der Unterrichtsqualität in den Blick genommen. Diese „kollegialen Hospitationen“ werden von einer Projektgruppe unter der Leitung von Lehrerin Regina Fuß-Wagner koordiniert und ausgewertet. Hier hilft eine „Online-Plattform“ bei der Organisation.