Projekt STRONG

Gewaltprävention durch Stärkung der Kinder: Ein Projekt der Evangelischen Hochschule Freiburg und der Wilhelm-August-Lay-Schule Bötzingen

Als eine von drei Schulen im Bereich des Staatlichen Schulamts Freiburg nimmt die Wilhelm-August-Lay-Schule an einem Forschungsprojekt der Evangelischen Hochschule Freiburg teil. Das Projekt hat zum Ziel, möglicher Gewalt zwischen Schülern dadurch vorzubeugen, dass es die Kinder in ihrer seelischen und körperlichen Widerstandskraft stärkt. Der Fachbegriff dafür heißt Resilienz und bezeichnet einen wichtigen Ansatz im Bereich der Gewaltprävention.

Professor Klaus Fröhlich-Gildhoff und seine Mitarbeiterinnen Claudia Röser und Katharina Rauh leiten das Gewaltpräventionsprojekt mit dem Namen STRONG („Stärkung von Schulen in ressourcenorientierter und nachhaltiger Gewaltprävention“)  das auch von der Europäischen Union gefördert wird. Ein wichtiges Kennzeichen des Projekts ist es, Fortbildungsmaßnahmen und Aktionen auf den konkreten Bedarf der Schule auszurichten.

2011-2012 projekt strong
Sie leiten das Gewaltpräventionsprojekt: „Professor Klaus Fröhlich-Gildhoff, Claudia Röser und Katharina Rauh von der Evangelischen Hochschule Freiburg.


Und die Wilhelm-August-Lay-Schule hat im Bereich der Gewaltprävention schon ein funktionierendes und wirksames Gerüst vorzuweisen: Lehrerin Elke Karcher ist ausgebildet im Bereich der „Anti-Mobbing-Arbeit“ und interveniert in Klassen, in denen Mobbing-Gefahr besteht. 25 ausgebildete Schülerstreitschlichter bereits ab Klassenstufe vier regeln alltägliche Konflikte, wie sie etwa während der Pause oder auf dem Schulweg entstehen.

Wenn Konflikte nicht mehr auf Schülerebene geregelt und bearbeitet werden können, kommt Konrektorin Heike Thunert zum Einsatz: Sie ist ausgebildete Mediatorin und organisiert zum Beispiel Täter-Opfer-Ausgleiche. Sehr hilfreich ist der enge Kontakt zu Hans-Peter Eckstein, Jugendsachbearbeiter des Polizeipostens Bötzingen. Alle zwei Wochen hat er in der Schule eine Sprechzeit, die Schüler, Lehrer und Eltern ohne Anmeldung in Anspruch nehmen können. Nicht zuletzt wirkt auch die Arbeit der Schulsanitäter präventiv: 25 Schülerinnen und Schüler ab Klasse 8, ausgebildet durch das Deutsche Rote Kreuz, versehen unter der Leitung von Konrektor Dirk Lederle ihren Dienst während der Pausen und bei Veranstaltungen der WAL-Schule.

Die Klassenlehrerinnen der 4., 5. und 6. Klassen nehmen neben den genannten Personen am Projekt teil, so dass insgesamt 15 Lehrerinnen und Lehrer durch das Team von Professor Klaus Fröhlich-Gildhoff geschult werden. Derzeit findet eine Befragung der 180 Schülerinnen und Schüler statt: Wo sind die Plätze, an denen ihr euch sicher fühlt? Wo sind die Plätze, an denen ihr euch nicht sicher fühlt? Es entsteht eine „Landkarte“ der Schule – für die Gebäude wie für die Schulhöfe – mit sensiblen Punkten, an denen mehr Angst oder gar Gewalt vorhanden ist als an anderen. Mit diesem Ergebnis wird das gesamte Aufsichts- und Organisationssystem der WAL-Schule überprüft.

In weiteren Projektveranstaltungen im April und Mai 2012 werden die Kinder und die Eltern einbezogen. Am Ende des Schuljahres, so ist das Ziel von Projekt- und Schulleitung, wird für die Wilhelm-August-Lay-Schule ein schlüssiges und wirksames Präventionskonzept vorliegen.